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„Kunst durchfließt unser ganzes Leben“ – davon ist Schauspielerin Patricia Aulitzky überzeugt.

2. November 2026
Text: Julia Hohensinn | Fotos: © Anna Pirato

Mit der „Taugler Zauberflöte“ brachte der Taugler Singverein Mozarts berühmte Oper in einer familienfreundlichen Bearbeitung nach St. Koloman. Mit dabei: Patricia Aulitzky, die eine eigens geschaffene Sprecherrolle übernahm. Im Gespräch erzählt die gebürtige Salzburgerin von ihrer persönlichen Verbindung zu Mozart, der gemeinsamen Zeit mit ihrem Sohn im Zauberflöten-Camp und davon, warum Kunst gerade für junge Menschen so wichtig ist.

Patricia, du bist gebürtige Salzburgerin. Welche Bedeutung hat Salzburg für dich?

Salzburg ist mein Geburtsort und ich habe sehr schöne Erinnerungen daran. Wenn mich die Arbeit nach Salzburg führt, lande ich manchmal an Orten, die sofort Kindheitserinnerungen wecken. Und natürlich finde ich die Berg- und Seenwelt rund um Salzburg nach wie vor unglaublich prachtvoll. Durch den Singverein habe ich nun ein für mich neues und wunderschönes Fleckerl Erde in St. Koloman entdeckt. Hierher hat es mich davor tatsächlich noch nie verschlagen.

Du warst während der Proben und bei den drei Aufführungen gemeinsam mit deinem Sohn dabei. Wie war diese Erfahrung für dich – und für ihn?

Mein Sohn war Teil des Zauberflöten-Camps und hat dort mit dem „Team Arte“ hinter den Kulissen im Bereich Bühnenbild und Gestaltung mitgewirkt. Ich fand es fabelhaft, ihm dabei zuzusehen, wie er über sich hinausgewachsen ist und gleichzeitig so viel Zeit mit ihm verbringen zu können.

Für mich war es etwas ganz Besonderes, dass er mich auch bei der Arbeit erleben konnte. Normalerweise spiele ich Rollen, die für ihn noch nicht geeignet sind. Jetzt konnte er selbst ein bisschen Theaterluft schnuppern und mitbekommen, was seine Mama eigentlich macht.

Bilder: ©Anna Pirato

Welche Verbindung hast du persönlich zu Mozart und klassischer Musik?

Meine Eltern haben sehr viel klassische Musik gehört. Ich erinnere mich, dass ich als Kind vor dem Plattenspieler saß und mir zur Musik eigene Geschichten ausgedacht habe. Und später hat auch mein Sohn die Zauberflöte geliebt – ich glaube, ich habe ein Jahr lang Papageno hören dürfen.

Die „Taugler Zauberflöte“ hat mir das Stück noch einmal auf eine ganz besondere Art nähergebracht. Es war wunderschön, Teil dieses Ensembles und dieser besonderen Atmosphäre zu sein. Auch abseits der Bühne war die gemeinsame Zeit etwas Besonderes: von Qi Gong am Morgen über das großartige Essen aus der Tauglerei bis hin zu dem Gefühl, für einige Tage wirklich Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Und ich durfte selbst noch einmal Schülerin sein: In einer Meisterklasse mit Adina Niţescu konnte ich mein Gesangstalent auf die Probe stellen.

Du hast bei der „Taugler Zauberflöte“ eine eigens geschaffene Sprecherrolle übernommen. Was hat dich daran gereizt?

Ich fand die Idee einer Figur, die vielleicht gar nicht ganz menschlich ist, sehr spannend. Sie hat etwas Mystisches, Geheimnisvolles und Ätherisches. Es war toll, diese Figur zum Leben zu erwecken. Die Rolle war vielleicht viel fantasievoller als einiges, was ich sonst im Film spielen darf.

Was kann Kunst jungen Menschen mitgeben?

Kunst ist eine wahnsinnig wichtige Möglichkeit, sich auszudrücken. Gerade Kinder können über den Körper oder über die Stimme Gefühle herausbringen, ohne sie sofort erklären zu müssen.

Kunst durchfließt unser ganzes Leben: Jedes Lied, das wir hören, jedes Bild, das wir sehen, jedes Buch, das wir lesen, und auch Architektur sind Formen von Kunst. Ohne Kunst wird das Leben finster. Also wenn wir auch hiermit ein bisschen Licht bringen können und ich meinen Teil dazu beitragen kann, dann freut mich das

Viele Menschen haben Berührungsängste mit Oper und klassischer Musik. Was würdest du ihnen sagen?

Die Ohren und das Herz offen halten. Oper ist nicht gleich Oper – genauso wie Theater nicht gleich Theater ist. Es gibt so viele unterschiedliche Formen und Inszenierungen. Man muss sich darauf einlassen und ausprobieren, was einem selbst gefällt.

Ich glaube, es geht auch darum, Menschen überhaupt die Gelegenheit zu geben, Oper und klassische Musik kennenzulernen. Und dann kann man vielleicht feststellen: Das ist ganz anders, als ich erwartet habe und berührt mich.

Das macht der Taugler Singverein sehr gut. Bei den Liedertagen gab es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Musik selbst zu erleben: bei Mitmach-Formaten, Workshops oder einer Klangreise. Und am Ende stand eine Oper, die viel leichter und zugänglicher daherkam, als man vielleicht erwartet. Großartige Künstler_innen kamen nach St. Koloman, und was dort gemeinsam geschaffen wurde, war einfach phänomenal.

Was bleibt von der Taugler Zauberflöte?

Für mich war die „Taugler Zauberflöte“ nicht nur eine Begegnung mit Mozart und einer neuen Rolle, sondern auch ein gemeinsames Erlebnis mit meinem Sohn. Und vielleicht genau das, was ich mir selbst für das Projekt gewünscht hatte: verschiedene Generationen zusammenzubringen, neugierig auf Musik und Theater zu machen und etwas zu schaffen, das noch ein bisschen nachwirkt.

Denn manchmal beginnt der Zugang zur Kunst ganz einfach: mit einer Geschichte, einem Lied oder mit einem Kind, das Papageno unbedingt noch einmal hören möchte.

Bilder: ©Anna Pirato

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