
Zuhören, Mitsingen und Mitwirken:
Das waren die Taugler Liedertage 2026 in St. Koloman
| Julia Hohensinn
Mehr als 500 Besucher_innen in drei Tagen, 19 Kinder auf der Bühne und ein internationales Ensemble: Die „Taugler Zauberflöte“ bildete den krönenden Abschluss und machte die Taugler Liedertage 2026 zu einem besonderen musikalischen Erlebnis.
Vor ausverkauftem Haus feierte die „Taugler Zauberflöte“ am Freitag, 4. September, in St. Koloman Premiere, und ebenso gut besucht ging es am Samstag und Sonntag weiter. Insgesamt erlebten mehr als 500 Besucher_innen die familienfreundlich adaptierte Fassung von Mozarts berühmter Oper – und eine Produktion, in der professionelle Bühnenkunst, junge Talente und internationale Begegnungen auf besondere Weise zusammenkamen. Begeisterter Schlussapplaus, sichtlich gerührte Mitwirkende und viele strahlende Gesichter im Publikum machten den Erfolg der besonderen Produktion am Ende auch abseits der Bühne spürbar.
Oper zum Mitmachen: 19 Kinder auf der Bühne
Ein wesentlicher Teil der Produktion waren die 19 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren, die beim Zauberflöten-Camp elf Tage lang in die Welt der Oper eintauchten. In der Volksschule St. Koloman wurde gemeinsam gesungen, gespielt und geprobt. Gleichzeitig entstanden Bühnenbild und Kostüme, die später Teil der Aufführungen wurden. So lernten die Kinder nicht nur einzelne Rollen kennen, sondern erlebten hautnah, wie eine Opernproduktion entsteht – von den ersten Proben bis zum Auftritt vor Publikum. Betreut wurde das Camp von Brigitte Neureiter, der Leiterin des St. Kolomaner Kinderchores. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell die Kinder in die Welt der Oper eintauchen und über sich hinauswachsen“, erzählt sie.


Mozart trifft auf ein internationales Ensemble
Auf der Bühne trafen die jungen Mitwirkenden auf professionelle Sänger_innen aus Österreich, Deutschland, Russland, Zypern, Polen, den USA, Barbados und Kamerun. Die musikalische Leitung der Produktion übernahm der junge Salzburger Komponist und Dirigent Karim Zech. Regie führte Johannes B. Czernin, der die Oper gemeinsam mit Daniel Ott und Dominik Schnaitt für die Produktion neu bearbeitet und familienfreundlich adaptiert hatte. Für das Bühnen- und Kostümbild zeichneten Elena Scheicher und Josua Rappl verantwortlich. Die Gestaltung entstand gemeinsam mit den Kindern im Zauberflöten-Camp und machte sie damit zu einem sichtbaren Teil der Produktion. Eine besondere Stimme erhielt die „Taugler Zauberflöte“ durch die Salzburger Schauspielerin Patricia Aulitzky, die als Sprecherin charmant durch die Geschichte führte.
Wie sehr die besondere Atmosphäre der Taugler Liedertage auch die internationalen Künstler_innen geprägt hat, zeigen ihre persönlichen Eindrücke:
„Die Produktion war für mich eine wunderschöne Erfahrung und ich bin sehr dankbar für die tolle Zeit mit diesem wunderbaren Team.“
„Die Zusammenarbeit mit den Taugler Liedertagen war eine großartige Erfahrung! Ensemble und Team waren fantastisch und haben das gemeinsame künstlerische Arbeiten zu etwas ganz Besonderem gemacht.“
„Es war eine ganz besondere Erfahrung, in St. Koloman aufzutreten – umgeben von wunderschöner Natur und einer so herzlichen Gemeinschaft. Besonders schön finde ich, dass dieses Projekt Oper für Kinder zugänglich macht und ihnen einen freudvollen ersten Zugang zu Musik und Theater ermöglicht.“
„Bei den Taugler Liedertagen habe ich mich wie daheim gefühlt. Man wurde überall herzlich empfangen, fast wie in einer Familie. Eine wirklich tolle Erfahrung!“
„Der Aufenthalt in St. Koloman war, wie auch im letzten Jahr, eine sehr schöne und produktive Zeit. Obwohl es keine große Stadt ist, ist hier erstaunlich viel los – besonders im Bereich Kunst und Kultur. Das hat mich als Opernsängerin besonders beeindruckt.“
„Die Produktion war für mich eine wunderschöne Erfahrung und ich bin sehr dankbar für die tolle Zeit mit diesem wunderbaren Team.“
Musik verbindet Kontinente
Besonders außergewöhnlich war die internationale Zusammenarbeit mit dem Conservatoire de Musique Sainte-Cécile in Yaoundé, Kamerun. Zwei Sänger des Konservatoriums – Nicanor Chekam Njonang als Sarastro und Vanel Djoko Fodjo als Erster Geharnischter – standen gemeinsam mit dem internationalen Ensemble auf der Bühne. Aus der Zusammenarbeit soll ein langfristiger kultureller Austausch entstehen. Ziel ist es, das Projekt gemeinsam nach Kamerun zu bringen.
Vorbereitung mit internationaler Expertise
Auch die professionelle Vorbereitung der Sänger_innen war Teil der diesjährigen Liedertage. Im Vorfeld der Aufführungen arbeiteten die Künstler_innen in einem mehrtägigen Meisterkurs mit der rumänischen Sopranistin Adina Nitescu. Im Mittelpunkt standen Gesangstechnik, Ausdruck und Rollengestaltung. Die intensive gemeinsame Arbeit bot den Sänger_innen die Möglichkeit, ihre Rollen weiterzuentwickeln und sich musikalisch auf die besondere Produktion vorzubereiten.
Eine Woche voller Musik und Begegnungen
Die „Taugler Zauberflöte“ bildete den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der Taugler Liedertage 2026. Doch auch abseits der Oper bot das Festival ein vielseitiges Programm.
Bei „LEBEN EBEN!“ begaben sich Lea Anders und Martin Fuchsberger auf eine Sing- und Klangreise durch die Zeit. Der Salzburger Volksliedchor lud bei „SING MIT!“ zu einer offenen Chorprobe ein. Mit „Drumfree“ wurde es rhythmisch, während der Workshop „Schlagzeug mit Alex Deutsch“ Einblicke in die Welt des Schlagwerks bot. So spannten die Taugler Liedertage auch heuer einen musikalischen Bogen von Volkslied und Klassik bis hin zu neuen Formen des gemeinsamen Musizierens.
„Wir wollen mit den Taugler Liedertagen zeigen, dass klassische Musik und Oper nicht ausschließlich in großen Opernhäusern stattfinden müssen. Sie gehören mitten ins Leben und mitten in die Region“